Freitag, 25.05.2018 13:04 Uhr

Das Menschengeschäft

Verantwortlicher Autor: Peter-G. Rademacher ENA Oliver Schöpf DVPJ Teningen, 18.12.2017, 08:22 Uhr
Presse-Ressort von: Peter-Georg Rademacher Bericht 6413x gelesen

Teningen [ENA] Früher wie heute war und ist der Mensch Ware. Mit der Ware Mensch werden seit der Erfindung des Geldes Geschäfte gemacht. Offiziell ist die Zeit des Sklavenhandels vorbei, jedoch lassen sich auch in der modernen Zeit Geschäftsmodelle erkennen, die je nach Sichtweise Anzeichen von Sklavenhandel oder Sklavendasein tragen. Es werden heute noch Menschen verschleppt und ausgebeutet.

Wenige verdienen sich mit der Arbeit Vieler eine goldene Nase. Manchmal steckt der Mensch direkt dahinter, manchmal ist es das System. Doch hat sich prinzipiell nichts geändert: Die Ware Mensch hat ein riesiges Potential. Wie ein schwarzes Loch verschlingt das Geschäftemachen mit der Ware Mensch Tugend und Fleiß, Würde und gesundes Leben, Sicherheit und Zukunft. Der Mensch wird verschlissen und verbraucht und danach entsorgt. Doch dürfen wir nie vergessen: Es ist menschengemacht und kein Naturgesetz.

Wenn man die immense Macht des Marktes den Errungenschaften von Aufklärung und Humanismus entgegenstellt, ist das Ergebnis eindeutig und ernüchternd. Moral und Verstand müssen sich dem Markte beugen. In Zeiten des Neoliberalismus wird uns dies sogar als Naturgesetz verkauft. Doch was ist passiert – wo ist die Grenze zwischen Kostenausgleich und Wucher, zwischen Geschäftsinteresse und Ausbeutung? Es ist sicherlich nicht verwerflich, dass sich ein Arzt den Lebensunterhalt mit der Behandlung eines Patienten verdient. Er muss schließlich auch leben.

Doch wenn ein Krankenhaus- oder Pflegeeinrichtungsträger Rendite mit dem Betreiben von Krankenhäusern macht, gerät die Balance zwischen Einsatz und Erlös ins Wanken. Zunächst ist es in der kapitalistischen Denke in Ordnung, wenn ein Investor Strukturen errichtet und daraus ein Geschäft macht. Doch wenn es um das Wohl von Menschen geht, wird das empfundene Maß von Geben und Nehmen oft überschritten. Der Patient wird auf eine Kostenstelle reduziert und der Einsatz von Mitteln und Arbeitskraft minimiert, sodass unter dem Strich das Meiste herauskommt.

Dabei bleiben auf lange Sicht alle Beteiligten, sofern sie nicht Investor sind, alles Wissen um Medizin, sofern es nicht der Industrie dient, und alle Ethik, sofern sie nicht zur Heuchelei degeneriert ist, in der Welt des Raubtierkapitalismus auf der Strecke. Wie gesagt: Es handelt sich nicht um Naturgesetze. Das haben wir uns selbst eingebrockt. Im Gegenteil: Uneingeschränktes Wachstum und zügelloses Profitieren werden an einem gewissen Punkt von den Naturgesetzen eingeholt und reguliert. Das berichtet uns die Wissenschaft durch die Mathematik und die Biologie. Alles läuft in Kreisläufen, manches eiert sogar aber aus einem Kreislauf zu viel Energie oder Substanz zu entnehmen, bedeutet die Zerstörung eines Kreislaufs.

tören? Nichts außer den Verlust aller menschlichen Errungenschaften und dem Untergang des modernen Menschen. Die Buschmänner und die Pygmäen in Afrika werden sich nicht allzu sehr wundern, dass sie keinen Besuch mehr vom modernen Menschen bekommen. Wir leben in einer spannenden Zeit seit mehreren tausend Jahren. Den der Herausforderung von Maß und Ziel einer Menschengesellschaft begegnen wir in allen „zivilisierten“ Zeiten seit der Zeit der Sumerer und Ägypter. Und auch alle hohen Zivilisationen, die wir kennen wurden von den Gesetzen von Maß und Ziel schließlich reguliert und gingen unter.

Wir brauchen ziemlich lange, um zu akzeptieren, dass wir Teil der Naturgesetze sind und nicht deren Beherrscher. Irgendwann wirft das Rodeopferd den Cowboy ab – irgendwann bricht der zum Brunnen gebrachte Krug. Und was dann? Wir fangen wie gehabt von vorne an. Das Einzige was wir dabei gelernt haben, ist wie man den Cowboy länger auf dem Pferd halten kann oder wie man den Wasserkrug stabiler macht.

Jetzt kann man auch verstehen, dass wir von vielen Naturvölkern als unverständige und trotzige Kinder betrachtet werden. Doch sind wir so modern und fortschrittlich. Am Beispiel des Geschäftemachens mit Menschen, deren Bedürfnissen, Ängsten und Leiden erkennen wir, dass wir den Lernschritt, den der Kosmos von uns fordert noch nicht gemacht haben. Aber geben wir die Hoffnung nicht auf. Wir haben ja noch Zeit Erwachsene zu werden, denn die Gesetze und Prinzipien des Kosmos und des Lebens sind noch geduldig. Aber wie langen noch?

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.