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Der Schwindel

Verantwortlicher Autor: Peter-G. Rademacher ENA Oliver Schöpf DVPJ Teningen, 01.05.2022, 10:28 Uhr
Presse-Ressort von: Peter-Georg Rademacher Bericht 6255x gelesen

Teningen [ENA] Alle Menschen kennen das Gefühl von Schwindel und den Verlust oder die Störung des Gleichgewichtssinns. Gerade wir Zweibeiner sind darauf angewiesen, dass uns eine Art Sinnesorgan darauf aufmerksam macht, wenn uns die Balance des Körperschwerpunkts verloren geht und wir nicht mehr in unserer Mitte sind. Wir bemerken die Arbeit dieses Sinnesorgans fast nie, denn alles geschieht auf wundersame Weise wie von selbst.

Wir können gehen, stehen, springen und laufen. In jeder Position weiß der Körper über seine Lage im Raum und über sein Verhältnis zur Schwerkraft. Das betreffende Sinnesorgan befindet sich, wie wir alle wissen, im Innenohr. Das Gleichgewichtsorgan meldet dem Gehirn mittels Flüssigkeitsbewegungen permanent die Lage des Kopfes im Raum. Das Gehirn seinerseits muss diese Information mit der Sensorik des rechtlichen Körper verbinden um die Lage im Raum kontrollieren zu können. Als regulierende Kraft wirkt die Anziehungskraft der Erde, die als einzige Kraft immer in eine Richtung wirkt.

Das Innenohr ermittelt somit die eigene Position im Verhältnis zur Schwerkraft. Kinder zum Beispiel wissen über diesen Mechanismus, wenn sie mit Drehbewegungen spielerisch die Arbeit des Innenohrs irritieren und so Schwindel erzeugen. Irgendwie scheint uns der Schwindel, sofern kontrolliert ausgelöst, auch eine Art Glücksgefühl zu verschaffen, weil wir uns schwindelig intensiver spüren. Schwindel kann aber auch vom Gehirn selbst ausgelöst werden, wenn es sich in Gefahr wähnt. Bei Vergiftungen, Sauerstoffmangel oder Schlägen erzeugt das Gehirn Schwindel oder sogar Ohnmacht um sich Ruhe und Schutz zu verschaffen. Schwindel ist also neben Schmerz ein Alarmsignal.

Verursacht das Innenohr die Schwindelereignisse, ist es der sogenannte Lagerungsschwindel. Hier ist die Flüssigkeit im Gleichgewichtsorgan zäh geworden und nicht mehr in der Lage von der Schwerkraft mitgenommen zu werden. Ist dies eingetreten, benötigt der Körper Flüssigkeit und regelmäßige Lagerungsübungen um die Innenohrflüssigkeit wieder geschmeidig zu bekommen. Magnesium kann hierbei unterstützen. Ist der Schwindel von schlechter Durchblutung verursacht, stehen die arteriellen Gefäßwände und die Fließeigenschaft des Blutes im Vordergrund. Hier berichten die Betroffenen auch zusätzlich von Ohrgeräuschen.

Interessanterweise verbessern Venenmittel oftmals die Situation, da der Gegendruck aus dem venösen System die Arterienfunktion zu behindern scheint. Auch hierbei wirken Magnesium und regelmäßige Bewegung unterstützend. Des Weiteren können unerwünschte Stoffwechselprodukte die Ursache des Schwindels sein. Hier sind die Ausscheidungsorgane nicht mehr ausreichend befähigt den Körper zu entgiften. Die meisten kennen den Alkoholschwindel, wenn die Leber mit der Verarbeitung des Alkohols kurzzeitig überfordert ist. Sind es Stoffwechselprodukte und deren verminderte Ausscheidung, stehen natürlich die Ursachen im Vordergrund.

Schlechte oder fehlgeleitete Verdauung in Verbindung mit falscher Ernährung sowie chronische Entzündungen oder Ausscheidungsprodukte von Bakterien oder Pilzen stehen hier im Fokus der therapeutischen Arbeit. Natürlich kann auch die permanente Aufnahme von Umweltgiften eine Ursache für den stoffwechselbedingten Schwindel sein. Auch Stress, Hetze und Überforderung im Alltag rücken immer mehr in den Vordergrund, wenn wir die Physiologie von Stoffwechselentgleisungen betrachten.

Hier durchlebt unser Körper das permanente Gegenspiel von Flucht, Kampf, Verletzung und Verfolgung. Wir befinden uns ständig unter Einfluss unserer Stresshormone. In Momenten von Stress und Gefahr rechnet unser Gehirn mit Verletzung oder außerordentlicher Belastung. Ist dies der Tagesalltag, verengen sich unsere Gefäße, ziehen sich unsere Muskeln in Schutzhaltung zusammen und der Stoffwechsel gerät aus der Balance. Eines der ersten Symptome, das wir bemerken ist oft der Schwindel. Das Gefühl der Ohnmacht, es nicht mehr zu schaffen, ist oft von Schwindel begleitet.

Eine Eigenheit unseres Körpers ist es sich an Dinge zu gewöhnen. Es ist möglich, dass wir nach unseren eigenen Stresshormonen süchtig werden. So ergibt sich somit oft ein Teufelskreis. Man scheint nichts mehr anderes zu kennen als gestresst und bedroht zu sein. Das Ergebnis ist, dass Betroffene sich diese Stresswelt selbst schaffen und aufrecht erhalten, weil Körper und Psyche ein Suchtverhalten nach den betreffenden Hormonen entwickelt haben. Ähnliches kennen wir von den sogenannten „Adrenalin-Junkies“ im Extremsport.

Schwindel ist ein Kennzeichen von Verlust der Mitte und Störung der Balance. Da der Mensch so anpassungsfähig und robust ist, kann er lange ohne Mitte und Balance überleben. Aus diesem Grunde scheint es in der modernen Welt nicht mehr so wichtig, dass Menschen in Balance leben und diese auch erleben können. Aber nichts ist erfüllender als das Gefühl der Mitte und der Selbstbestimmtheit.

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