Samstag, 26.11.2022 17:35 Uhr

Gesundheit und Krankheit

Verantwortlicher Autor: Peter-G. Rademacher ENA Oliver Schöpf DVPJ Teningen, 28.10.2022, 11:18 Uhr
Presse-Ressort von: Peter-Georg Rademacher Bericht 1973x gelesen

Teningen [ENA] Gesundheit und Krankheit Wir sind besorgt über unsere Gesundheit als unser höchstes Gut. Wenn der Körper seinen Dienst verweigert, erkennen wir erst, wie selbstverständlich wir seine Dienste in Anspruch genommen haben. Als moderner, bewusst lebender Mensch wollen wir physische wie psychische Erkrankungen vermeiden um sorgenfrei leben zu können. Grundsätzlich betrachtet ist eine Erkrankung,

wenn man von angeborenen Gendefekten absieht, eine Reaktion auf Veränderungen. Unser Leben ist eine ständige Regulationsanpassung an veränderte Bedingungen. Jetzt da die Sommer in Mitteleuropa immer trockener und heißer werden, kann jeder Mensch erfahren, wie sich Bedingungen ändern können und wie gut oder schlecht jeder Einzelne darauf zu reagieren vermochte. Alles was wir tun, Alles was uns betrifft und Alles was wir zu uns nehmen löst in uns eine Reaktion aus. Wir sind gewohnt in gut oder schlecht zu denken. Das liegt zum einen an Reaktionen, die wir als negativ erfahren und zum anderen an einer angelernten Kategorisierung. Die Natur kennt diese Einteilung von Gut und Böse jedoch nicht.

Jede Reaktion, die wir als Krankheit oder Erkrankung empfinden, hat einen biologischen Sinn und verfolgt einen Zweck. In der Wissenschaftsmedizin jedoch wird jede als krankhaft eingestufte Reaktion bekämpft. Oft macht man sich gar nicht die Mühe zu verstehen, warum eine solche Reaktion zustande kam. Und wenn, betrachten man das Geschehen rein monokausal, also auf einen einzigen Grund zurückzuführen. Am deutlichsten wird dieser eingleisige Denkansatz in der Infektionsbiologie. Zu Beginn der Forschung von Mikroben wurde jedoch jedem Beteiligten klar, dass ein Keim auch seine nährende Umgebung braucht.

Wie immer haben die Begebenheiten mehrere Faktoren und Erkrankung ist gleichsam die Spitze des Eisbergs. Wir befinden uns in einem regulativen Biosystem – sowohl im Körper als auch draußen im sogenannten Ökosystem. Das was wir als Erkrankung erdulden müssen oder in der Wissenschaft als Krankheit diskutieren, ist ein pendelndes Regulationsbestreben unseres Körpers. Wir plädieren dafür endlich mit den Erkrankungen „Frieden zu schießen“ und nicht mit allen Mitteln zu bekämpfen. Krieg zieht immer Zerstörung nach sich.

Viele mögen jetzt anmerken, dass dies rein philosophische Worte sind und einem Menschen unter Schmerzen nicht viel helfen. Empirische Erfahrung und Untersuchen zeigen jedoch andererseits, dass Betroffene weniger leiden, wenn sie eine Art Sinnhaftigkeit ihres Leidens erkennen. Vor Allem gibt es den Betroffenen Mut, dass es nicht willkürlich oder sinnlos geschehen ist. Darüber hinaus spornt es an die Zusammenhänge verstehen zu wollen. Bei Diabetes Typ 2 oder Insulin-Resistenz ist es immer noch das Beste sich zu bewegen und die Ernährung einzustellen, als nur Medikamente zu sich zu nehmen. Hier ist der Gedanke besser für die Gesundheit als gegen die Krankheit deutlich zu erkennen.

Wir müssen wieder das „Für“ entdecken und nicht mit dem „Gegen“ arbeiten. Den Kampf gegen Krankheit verliert man fast immer, da es im Grunde nichts zu bekämpfen gibt. Was wir Krankheit nennen, ist in Wirklichkeit eine Heilungsreaktion. Insofern gilt es die Gesundheit zu unterstützen und die Heilreaktion zu leiten und zu begleiten. Des Weiteren brauchen wir mehr Vertrauen in die Biologie, bzw. in die Heilkraft des Körpers. Erfahrene Therapeuten wissen, dass sie Krankheiten nicht heilen können. Das vermag nur der Körper in Verbindung mit Geist und Seele. Hier ist auch der erste Denkansatz für den Betroffenen. Zum einen heißt es die Herausforderung einer Erkrankung anzunehmen,

zum anderen ist es ratsam mit der Erkrankung zu arbeiten und diese Veränderung zu verstehen. Die Forschung zeigt des Weiteren Verblüffendes: Ein arthrotisches Gelenk, das unter dem Röntgenbild deutlich zu erkennen ist, muss nicht unbedingt Schmerzen verursachen. Oder ein Gehirn mit sichtbaren Alzheimer-Defekten muss nicht immer Demenz bewirken. Es gibt auch bösartige Tumore, die schlafen und dem Körper keine Probleme bereiten. Wir sehen die „Welt der Erkrankungen“ ist vielschichtiger, als wir es zunächst vermuten.

Ein Denkansatz wäre hierbei auch das bestehende Gesunde zu bewahren, sodass für das Erkrankte Heilungspotential bereitgestellt werden kann. Bei den chronischen Erkrankungen bekommen wir für oder gegen die vermeintliche Ursache ein Medikament. Da dieses Medikament seinerseits auch in anderen Bereichen Unerwünschtes hervorbringt, bekommen wir das nächste Medikament. So baut sich nach und nach eine Kaskade von vernetzen Wirkmechanismen auf, die nicht immer auf Dauer kontrollierbar ist.

Es ist sicherlich richtig und von Nöten Schmerzen zu lindern oder raumfordernde Prozesse chirurgisch zu entfernen. Da wir aber den „Kampf“ gegen chronische Erkrankungen verlieren, was die Statistik eindeutig zeigt, brauchen wir einen neuen Denkansatz für das medizinische Vorgehen in der Praxis. Wir denken dabei auch an die Anekdoten aus dem alten China, wo der Therapeut bezahlt wurde, solange der Patient gesund war. Wurde dieser krank erhielt der Arzt keine Bezahlung.

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