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Harn-Inkontinenz

Verantwortlicher Autor: Peter-G. Rademacher ENA Oliver Schöpf DVPJ Teningen, 22.04.2017, 14:19 Uhr
Presse-Ressort von: Peter-Georg Rademacher Bericht 5060x gelesen

Teningen [ENA] Die Bevölkerung in den Industrieländern ist im demographischen Wandel - es leben immer mehr ältere Menschen in der westlichen Welt. Zum einen kommen die sogenannten geburtenstarken Jahrgänge „ins Alter“, zum anderen werden in den Industrieländern immer weniger Kinder gezeugt. Des Weiteren sorgen medizinische Versorgung und moderne Lebensverhältnisse für eine längere Lebenserwartung.

„Alt werden ist leicht, aber alt sein sehr schwer“ Dies ist ein Ausspruch, den man sehr häufig von unseren älteren Mitmenschen zu hören bekommt. Vor allem die sogenannten Zivilisationskrankheiten machen den „Alten“ zu schaffen. Ein alter Mensch hat sich auch zunehmend mit Funktionseinbußen zu arrangieren. Es ist zwar keine Krankheit im eigentlichen Sinne, doch leiden ältere Menschen sehr unter der Harninkontinenz. Aus verschiedenen Gründen hat der Betroffene die Befehlsgewalt über seine Blase verloren und muss jetzt damit zurechtkommen, dass er unwillentlich Urin verliert. Ein Wahlspruch lautet: „Oben klar und unten dicht!“ Diesen Satz liest und hört man häufig in Pflegeheimen.

Laut der deutschen Kontinenz-Gesellschaft liegt die Anzahl der betroffenen Menschen bei 9 Millionen – die Dunkelziffer ist riesig. In den nächsten 4 Dekaden, so rechnen die Institute, wird jeder vierte Bundesbürger betroffen sein. Die Inkontinenz wird in viele verschiedene Untertypen wie beispielsweise Belastungs- oder Dranginkontinenz unterteilt. Bei Frauen können die ersten Anzeichen einer Reizblase mit beginnender Inkontinenz im Alter zwischen 30 und 40 Jahren auftreten. Hierbei ist oft eine ungenügende Rekonvaleszenz nach Schwangerschaften die Ursache. Des Weiteren beginnt man den Zusammenhang von Störungen der Östrogenregulation bei der Frau und Harninkontinenz zu diskutieren.

Ob die langjährige Einnahme der Anti-Baby-Pille eine Rolle spielen kann, ist noch unklar. Bei Männern beginnt die Problematik statistisch ab dem 50. Lebensjahr und lässt sich meist auf die beginnende Prostataveränderung zurückführen. In der klassischen Therapie bedient man sich sowohl der chirurgischen Intervention, sowie medikamentöser Therapie bei der Reizblase. Im Allgemeinen ist das Beckenbodentraining eine nützliche Basistherapie um den Urogenitaltrakt zu kräftigen. Auch Reizstromanwendungen können positiv auf die Funktionsstörung der Blase wirken.

In der Naturheilkunde sucht man nach den Beziehungen von Ursache und Wirkung. In der europäischen und besonders in der fernöstlichen Heilkunde kennt man die Beziehung zwischen den Ohren und dem Niere-Blase System. Ein Entzündungsstörfeld beispielsweise - aus der Jugend und Kindheit - kann im fortgeschrittenen Alter die Funktion der Blase einschränken. Aus der ganzheitlichen Beobachtung kennt man das bettnässende Kind, das unter einer akuten Mittelohrentzündung leidet. Hier ist die Akutentzündung im Ohr die Ursache für den Kontrollverlust über die Blase im Schlaf der Kinder. Wird diese Akutentzündung nicht gänzlich ausgeheilt, kann das Problem der Inkontinenz im Alter wieder auftreten.

Die Betroffenen bemerken dieses Entzündungsstörfeld nicht mehr und bei auftretender Inkontinenz im Alter ist es schwer den Bezug zur Mittelohrentzündung in der Kindheit diagnostisch in Zusammenhang zu bringen. Junge Frauen leiden oft unter wiederkehrenden Blasenentzündung. In der chinesischen Medizin ist die Blase ein Yang-Organ. Zuviel Yin-Energie aus Kälte und kalter Zugluft reduziert die Funktionsenergie der Blase und schwächt diese nachhaltig bei dauernder Exposition. Bei Männer hingegen ist oft der Bezug zur Prostata gegeben. Hierbei ist oft zu beobachten, dass die Blasenschwäche nach einem operativen Eingriff an der Prostata auftritt.

Grundsätzlich schwächt eine belastete Prostata auch schon vor dem operativen Eingriff die Blasenfunktion. Die Schwierigkeit bei dieser Art von Funktionseinbuße eines Speicherorgans ist die frühzeitige Intervention. Zum einen fehlt das Verständnis über die Zusammenhänge, zum anderen fällt es den Betroffenen schwer sich dem Problem zu stellen. Scham und Peinlichkeit verhindern den offenen Umgang mit der Inkontinenz. So wird der erfahrene Therapeut erst sehr spät hinzugezogen, so kann dieses Krankheitsbild nur noch mit ableitenden und aufsaugenden Inkontinenzprodukten begleitend behandelt werden.

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