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Kleine Helfer für die Winterzeit

Verantwortlicher Autor: Peter-G. Rademacher ENA Oliver Schöpf DVPJ Teningen, 13.11.2021, 10:53 Uhr
Presse-Ressort von: Peter-Georg Rademacher Bericht 8018x gelesen

Teningen [ENA] Kleine Helfer für die Winterzeit Nach den goldenen Herbstwochen werden die dunklen und nassen Monate wieder ins Land ziehen. Die Felder und Haine sind abgeerntet und blattlos. Die geschmückten Balkone und Vorgärten sind leer und fast alles Leben zieht sich nach Innen zurück. In unserer Menschheitsphase werden wir nun zum Einhalten und Nachdenken aufgefordert. Der Mensch und sein Verhalten haben sich fehlentwickelt

und es fehlt uns an Verantwortung und nachhaltigem Handeln. Gerne erinnern wir uns zurück, wie unsere Großmütter und Großväter mit Ressourcen umgegangen sind. Nichts wurde verschwendet und alles hatte seine Verwendung. Jetzt werden wir darauf hingewiesen, wie folgenreich unser anerzogenes Konsumverhalten ist. In dieser Jahreszeit waren unsere Vorväter und Mütter sehr geschäftig. Es wurde behutsam eingelagert, angesetzt, eingelegt und eingekocht. Viele der aus der Not geborenen Verfahren zur Aufbereitung von Nahrungsmitteln und Getränken sind immer noch wert- und sinnvoll, denn sie kommen aus dem uralten Fundus des Wissens und der Erfahrung unserer Vorfahren.

Wenn wir heute durch die Supermärkte gehen und Dinge wie schon vorgekochte Kartoffeln im Glas entdecken, verursacht es ein gewisses Unverständnis in uns. Jogurt, dessen Grundstoff mehrere tausend Kilometer durch die Lande gefahren wurde, regionale Produkte, die weitaus teurer sind als Importware, lassen uns an unserem Verstand zweifeln. Die Erklärungen und Rechtfertigungen seitens der Industrie hierzu sind perfide und noch weniger zu verstehen. Doch eins ist sicher richtig: Wir, die Bürger, die Konsumenten und Wähler haben uns auf ein Spiel von Verführung und Täuschung eigelassen.

Wir sind zwar nicht an Allem schuld, doch können wir dem Wahnsinn von industrieller Massenproduktion gepaart mit einem ungestillten Profithunger etwas entgegenstellen. In Eigenverantwortlichkeit zu leben und zu handeln muss keine großen Umstellungen in unserer Lebensführung bedeuten. Der größte Klimawandler ist die Landwirtschaft, also unsere primäre Lebensgrundlage. Sich über Nahrungsmittel bewusst zu werden ist ein großer Schritt in die Eigenverantwortlichkeit. Jetzt in der Winterzeit kann man sich mit vielerlei Verfahren und Techniken vertraut machen Nahrungsmittel und Getränke selbst entstehen zu lassen.

Besonders interessant sind Fermentations- und Gärprodukte, denn ihnen wohnt ein gewisser Geist inne. Sie produzieren Vitamine, Enzyme und nützliche Mikroorgansimen und es ist ein Vergnügen sie beim Entstehen zu erleben. Dieses sehr alte Wissen ist wiedermal aus der Not geboren, weil es für die Menschen oft kein sauberes Trinkwasser gab oder Nahrung nur schwer haltbar gemacht werden konnte. Man sagt sogar, die Notwendigkeit Gärprodukte herzustellen hat den Menschen sesshaft gemacht. Das Bierbrauen war eine Erfindung um Wasser zu konservieren.

Es lassen sich im bürgerlichen Kleinhaushalt ein Vielzahl von kleinen gesunden Helferlein herstellen. Ein gesunder und schmackhafter Freund ist der Wasserkefir oder sein großer Bruder Kombucha. Beim Ansetzen und Erzeugen dieser wunderbaren Symbionten lässt sich ein Gefühl entwickeln, wie Fermentation entsteht, gesteuert wird und was draus entsteht. Hülsenfrüchte beispielsweise lassen sich mit einem Pilz fermentieren und es entsteht eines der gesündesten und nachhaltigsten Grundnahrungsmittel, das in Indonesien Tempeh genannt wird. Das gute alte Sauerkraut oder der Sauerteig sind auch an dieser Stelle zu nennen.

. Beim Kennenlernen dieser Lebensmittel lässt sich auch erfahren, dass diese Produkte Leben enthalten. Jetzt wo frische Pflanzennahrung aus weit entfernten Teilen der Welt geholt werden müssen, kann man sich die verschiedensten Sprossen frisch in der Küche ziehen. Das hilfreiche und beeindruckende ist, dass diese Arten von Lebensmittelherstellung wenig Zeit und Ressourcen verbrauchen. Eine Stunde weniger Fernsehen am Abend und sich die Ruhe nehmen, reichen völlig aus.

Das Internet ist in diesem Sektor förmlich explodiert und es lässt sich vieles nachlesen, was sonst nur die Großmutter wusste. Die Verschaltung eines Großteils der Menschheit über das Netz kann für jeden Einzelnen von großem Nutzen sein. Wir wünschen uns mehr Nachhaltigkeit und das sorgsame Umgehen mit Ressourcen. Den profitorientierten Konzernen und ihren hörigen Handlangern wird man nicht beeinflussen können. Im Gegenteil! In deren Sicht sind wir selbst verantwortlich, denn sie bedienen ja nur die Märkte.

Insofern ist es wichtig, dass wir all unser Wissen für uns nutzen und uns solidarisch verschalten. Die landwirtschaftlichen Kleingenossenschaften zeigen uns ein nachhaltiges und dezentrales Prinzip, wie alle profitieren können. Urban Farming auf Dächern und ungenutzten Flächen ist keine moderne Erfindung. So hat sich schon Paris im 19. Jahrhundert durch einen Grüngürtel ganzjährig mit Gemüse versorgt. Die Schlüsselwörter sind Dezentralität und Kooperative.

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