Mittwoch, 14.11.2018 22:23 Uhr

Wenn der Darm nicht gesund ist

Verantwortlicher Autor: Peter-G. Rademacher ENA Oliver Schöpf DVPJ Teningen, 12.03.2018, 11:59 Uhr
Presse-Ressort von: Peter-Georg Rademacher Bericht 5913x gelesen

Teningen [ENA] Unser Darm ist ein ganz besonderes Organ. Betrachten wir den Darm in seiner Gesamtheit, zählen wir auch die Mundhöhle, die Speiseröhre und den Magen zum Magen-Darmtrakt. Dieses schlauchartige Gebilde ist ein sehr spezielles Organ. Es zieht sich durch den ganzen Körper, hat ein teil-autonomes Nervensystem und sein eigenes Immunsystem. Obwohl die Mediziner und Biologen viel über Stoffwechsel und Anatomie wissen,

gibt es über den Magen-Darmtrakt noch viele Wissenslücken. Schon allein über die Fläche der Darmschleimhaut sind sich die Forscher nicht einig. Die Zahlen reichen von geschätzten 400 qm bis neuerdings mikroskopisch analysierten 40 qm. In der Diagnose ist das Verdauungsgebilde Darm eine große Herausforderung. Macht der Darm Probleme liegen die Ursachen versteckt in der Tiefe des Geschehens. Durchfälle, Verstopfung, Unwohlsein, Schmerzen und Krämpfe sind die augenscheinlichen Symptome. Die Liste der Sekundärsymptome und Folgeerkrankungen reichen von Allergie bis zum Krebs.

Der Darmtrakt besitzt eine komplexe Chemiefabrik und gibt die aus der Nahrung durch chemische Prozesse isolierten Einzelbestandteile an den Organismus weiter. Die Chemie der „Verdauungssäfte“ wird zum großen Teil außerhalb in Leber, Magen und Bauchspeicheldrüse hergestellt und in den Darm abgegeben, wo der „Verdauungschemismus“ schließlich abläuft. Ist der Nahrungsbrei dann chemisch aufbereitet und zerlegt, werden die Nahrungsbestandteile über Blut und Lymphe in den Körper weitergeleitet.

Doch warum macht dieser Verdauungsschlauch unter Umständen so viele Probleme? In der traditionellen chinesischen Medizin, in der Ayurveda und der westlichen Ganzheitsmedizin spielt der Magen-Darmtrakt eine tragende Rolle. Ohne einen gesunden und funktionierenden Darm lässt sich Gesundheit nicht aufrecht erhalten. Was gilt es zu beachten und wo liegen die Fehler? Zu Allererst sei erwähnt, dass wir dem Darm zuviel abverlangen. Wir geben dem Verdauungssystem zu wenig Zeit zur Reinigung und Regeneration. Von Natur aus ist es nicht vorgesehen, dass der Magen-Darmtrakt ständig mit der Verdauung beschäftigt ist. Er braucht Pausen.

ede Chemieproduktion ob in der chemischen Industrie oder in der Lebensmittelproduktion muss von Zeit zu Zeit die Produktion aussetzen, um die Leitungen, Bottiche und Steuersysteme zu reinigen und zu warten. Das heißt für den Darmtrakt, dass die Evolution Fastenzeiten einprogrammiert hat. Zum einen sind wir ökologisch nicht daran gewöhnt ständig mit hochkalorischer Nahrung versorgt zu sein, zum anderen sind Regenerationspausen äußerst wichtig, um Krankheiten zu vermeiden. Schlicht und einfach: Wir muten unserem Darm zuviel zu.

Störungen und Krankheiten des Magen-Darmtraktes sind am schwierigsten zu diagnostizieren. Manchmal ist die Fernwirkung einer Darmstörung so weit, dass man das Symptom gar nicht mit dem Darmtrakt in Verbindung bringt. Wie kompliziert es werden kann, sehen wir beim Thema Allergie. Der klassische Heuschnupfen wird zumeist im Darm verursacht. Anspruchsvoller und unübersichtlicher ist das Thema der entzündlichen und allergischen Schleimhauterkrankungen des Darms an sich. So gibt es Kreuzreaktionen unterschiedlicher Allergene, oder wir erkennen Unverträglichkeiten und nicht regulierte Entzündungsreaktionen.

Histamin sei hier als Beispiel genannt. So steht der Diagnostiker oft vor einem gordischen Knoten, der sich nicht lösen lässt, da man die verschlungenen Kausalwege nicht erkennt. Was hat nun Alexander der Große getan, als er vor dem gordischen Knoten stand? Er hat diesen mit dem Schwert zerschlagen. Das heißt nun nicht, dass wir bei Krankheit Teile des Magen-Darmtraktes chirurgisch entfernen sollen. Es ist sehr viel klüger dem Darmtrakt Pausen und Ruhe zu gönnen. Bis vor kurzem war die Empfehlung von 5 bis 6 kleinen Mahlzeiten am Tag. Heute denkt man an kurze Fastenintervalle.

Wir müssen immer daran denken, dass wir nicht für Dauerernährung gemacht und programmiert sind. Ob es die 16-stündige Nahrungskarenz ist oder wir an einem Tag der Woche keine feste Nahrung zu uns nehmen, ob wir einmal im Jahr zur Frühjahrszeit mehrere Tage fasten, wir folgen dem natürlichen Plan der Darmregeneration. Leider sind wir nicht mehr an Nicht-Essen gewöhnt und müssen dies Schritt für Schritt wieder lernen.

Das bekannte Magenknurren ist nichts Schlimmes, sondern ein Zeichen, dass sich der Dünndarm gerade reinigt. Trinkt man dann noch einen Kräutertee und erkennt diese natürliche Erscheinung als äußerst positiv, hat man alles richtig gemacht. Der Nahrungsverzicht ist nicht nur eine Gesundheitsmaßnahme für den Magen-Darmtrakt, sondern insbesondere auch für alle Organe und Gewebe. Fasten und Diät sind machtvolle Heilmittel für alle Erkrankungen.

Es ist viel leichter und klüger dem Organismus eine Pause zu gönnen, als ständig neue Medikamente auszuprobieren und obendrein einen gefährlichen Teufelskreis zu verursachen. Wir lernen erst in letzter Zeit, was wir schon längst wissen müssten. Die Völlerei ist nicht gut für uns. Maßvolles Leben ist uns auferlegt. Das erkennen wir nicht nur aus der Ethik und Religion sondern besonders aus der Erkenntnis der Wissenschaften.

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